Online Catalogue
3 April 2025 - A Swiss Private Collection Provenance
Fetscherin, München
Eine Bestätigung der Nolde Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde vom 28.10.2024, dass das Werk in ein künftiges Werkverzeichnis der Aquarelle und Zeichnungen von Emil Nolde aufgenommen wird, liegt vor.
Das Werk ist in der Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde unter der Nummer Reg.–Nr. Fr.A.3870 registriert.
Emil Noldes Aquarelle, die er ab Beginn seiner Karriere malte, gehören heute zu den bekanntesten und beliebtesten Werken dieser Maltechnik. Es ist besonders interessant, dass bei Emil Nolde das Aquarell der Ölmalerei gleichranging, wenn nicht sogar wichtiger als diese war. Spannend ist das Aquarell als Medium, da es einerseits grosse Freiheit lässt, jedoch ebenfalls praktisch jegliche Möglichkeit der Korrektur verhindert. Das wohl aus dem Jahr 1910 stammende Werk Schiffe an der Pier im Hamburger Hafen zeigt wunderbar die Symbiose von Meer und Himmel, die er auch noch wesentlich später immer wieder als Stilmittel eingesetzt hat. Die schwarzen Rauchfahnen der Dampfer verflüchtigen sich im Himmel und umgekehrt spiegeln sich die Boote und die Sonne in der Meeresoberfläche. Sie erinnern ausserdem an die japanische Tuschpinselmalerei, die er seit 1904 mit grossem Interesse kennengelernt hatte. Viele Elemente dieser Malerei hat er adaptiert und insbesondere in den Hamburger Hafenbildern angewandt.Neben Noldes Auseinandersetzung mit dem Meer sind seine Blumenaquarelle ein bedeutender Bestandteil seiner Zuwendung zur Natur. Es ging dem Künstler bei seinen nicht nur um die rein bildliche Überlieferung, sondern ebenso um den schöpferischen Akt, den er beim Malen übertrug. Er versuchte das innere Wesen einer Landschaft, der Natur oder des Meeres wiederzugeben und bediente sich dabei der Farbe als Ausdrucksmittel. Sie sollte durch ihn als Maler auf dem Bildträger etwas erschaffen, gleich der Natur, die alles erschuf. Die Blumenaquarelle haben immer einen ähnlichen Aufbau und lassen die Blumen aus Nahansicht einer Sorte zuordnen. Nolde schaffte es durch verschieden dicke Schichten der Aquarellfarbe, eine Tiefe im Bild zu erschaffen, die der Dreidimensionalität nahekommt. Er malte sehr nass und mischte Farben, indem er zuerst die eine Farbe auftrug und dann mit der anderen darüber malte. Diese Malweise verschafft Noldes Aquarellen eine ganz besondere und einzigartige Leichtigkeit und Leuchtkraft.
Emil Nolde’s watercolors, which he painted from the beginning of his career, are now among the most famous and popular works in this painting technique. It is particularly interesting that for Emil Nolde, watercolor painting was on a par with oil painting, if not more important than it. Watercolors are an exciting medium because, on the one hand, they allow great freedom but, on the other hand, practically eliminate any possibility of correction. The work Ships at the Pier in the Port of Hamburg, probably from 1910, wonderfully shows the symbiosis of sea and sky that he used again and again as a stylistic device even much later. The black plumes of smoke from the steamers disappear into the sky and, conversely, the boats and the sun are reflected on the surface of the sea. They are also reminiscent of Japanese brush and ink painting, which he had become familiar with since 1904 and found very interesting. He adapted many elements of this style of painting and used them in particular in his Hamburg harbor scenes. In addition to Nolde’s engagement with the sea, his watercolors of flowers are an important part of his devotion to nature. The artist was not only concerned with purely pictorial tradition, but also with the creative act that he conveyed through painting. He tried to convey the inner essence of a landscape, nature or the sea, using color as a means of expression. Through him as a painter, it was to create something on the picture surface, like nature that created everything. The flower watercolors always have a similar structure and allow the flowers to be identified from a closeup view. Nolde managed to create a sense of depth in the picture that comes close to three-dimensionality by using layers of watercolor paint of varying thicknesses. He painted very wet and mixed colors by first applying one color and then painting over it with the other. This painting technique gives Nolde’s watercolors a very special and unique lightness and luminosity.
Das Werk ist in der Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde unter der Nummer Reg.–Nr. Fr.A.3870 registriert.
Emil Noldes Aquarelle, die er ab Beginn seiner Karriere malte, gehören heute zu den bekanntesten und beliebtesten Werken dieser Maltechnik. Es ist besonders interessant, dass bei Emil Nolde das Aquarell der Ölmalerei gleichranging, wenn nicht sogar wichtiger als diese war. Spannend ist das Aquarell als Medium, da es einerseits grosse Freiheit lässt, jedoch ebenfalls praktisch jegliche Möglichkeit der Korrektur verhindert. Das wohl aus dem Jahr 1910 stammende Werk Schiffe an der Pier im Hamburger Hafen zeigt wunderbar die Symbiose von Meer und Himmel, die er auch noch wesentlich später immer wieder als Stilmittel eingesetzt hat. Die schwarzen Rauchfahnen der Dampfer verflüchtigen sich im Himmel und umgekehrt spiegeln sich die Boote und die Sonne in der Meeresoberfläche. Sie erinnern ausserdem an die japanische Tuschpinselmalerei, die er seit 1904 mit grossem Interesse kennengelernt hatte. Viele Elemente dieser Malerei hat er adaptiert und insbesondere in den Hamburger Hafenbildern angewandt.Neben Noldes Auseinandersetzung mit dem Meer sind seine Blumenaquarelle ein bedeutender Bestandteil seiner Zuwendung zur Natur. Es ging dem Künstler bei seinen nicht nur um die rein bildliche Überlieferung, sondern ebenso um den schöpferischen Akt, den er beim Malen übertrug. Er versuchte das innere Wesen einer Landschaft, der Natur oder des Meeres wiederzugeben und bediente sich dabei der Farbe als Ausdrucksmittel. Sie sollte durch ihn als Maler auf dem Bildträger etwas erschaffen, gleich der Natur, die alles erschuf. Die Blumenaquarelle haben immer einen ähnlichen Aufbau und lassen die Blumen aus Nahansicht einer Sorte zuordnen. Nolde schaffte es durch verschieden dicke Schichten der Aquarellfarbe, eine Tiefe im Bild zu erschaffen, die der Dreidimensionalität nahekommt. Er malte sehr nass und mischte Farben, indem er zuerst die eine Farbe auftrug und dann mit der anderen darüber malte. Diese Malweise verschafft Noldes Aquarellen eine ganz besondere und einzigartige Leichtigkeit und Leuchtkraft.
Emil Nolde’s watercolors, which he painted from the beginning of his career, are now among the most famous and popular works in this painting technique. It is particularly interesting that for Emil Nolde, watercolor painting was on a par with oil painting, if not more important than it. Watercolors are an exciting medium because, on the one hand, they allow great freedom but, on the other hand, practically eliminate any possibility of correction. The work Ships at the Pier in the Port of Hamburg, probably from 1910, wonderfully shows the symbiosis of sea and sky that he used again and again as a stylistic device even much later. The black plumes of smoke from the steamers disappear into the sky and, conversely, the boats and the sun are reflected on the surface of the sea. They are also reminiscent of Japanese brush and ink painting, which he had become familiar with since 1904 and found very interesting. He adapted many elements of this style of painting and used them in particular in his Hamburg harbor scenes. In addition to Nolde’s engagement with the sea, his watercolors of flowers are an important part of his devotion to nature. The artist was not only concerned with purely pictorial tradition, but also with the creative act that he conveyed through painting. He tried to convey the inner essence of a landscape, nature or the sea, using color as a means of expression. Through him as a painter, it was to create something on the picture surface, like nature that created everything. The flower watercolors always have a similar structure and allow the flowers to be identified from a closeup view. Nolde managed to create a sense of depth in the picture that comes close to three-dimensionality by using layers of watercolor paint of varying thicknesses. He painted very wet and mixed colors by first applying one color and then painting over it with the other. This painting technique gives Nolde’s watercolors a very special and unique lightness and luminosity.
Online Catalogue 3 April 2025 - A Swiss Private Collection Lot 389 Emil Nolde 1867–1956
Schiffe an der Pier im Hamburger Hafen, 1910
Aquarell auf Japanpapier
unten rechts signiert Nolde.
34,1 x 47,3 cm
CHF 80'000 – 120'000
BID NOW Provenance
Fetscherin, München
Eine Bestätigung der Nolde Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde vom 28.10.2024, dass das Werk in ein künftiges Werkverzeichnis der Aquarelle und Zeichnungen von Emil Nolde aufgenommen wird, liegt vor.
Das Werk ist in der Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde unter der Nummer Reg.–Nr. Fr.A.3870 registriert.
Emil Noldes Aquarelle, die er ab Beginn seiner Karriere malte, gehören heute zu den bekanntesten und beliebtesten Werken dieser Maltechnik. Es ist besonders interessant, dass bei Emil Nolde das Aquarell der Ölmalerei gleichranging, wenn nicht sogar wichtiger als diese war. Spannend ist das Aquarell als Medium, da es einerseits grosse Freiheit lässt, jedoch ebenfalls praktisch jegliche Möglichkeit der Korrektur verhindert. Das wohl aus dem Jahr 1910 stammende Werk Schiffe an der Pier im Hamburger Hafen zeigt wunderbar die Symbiose von Meer und Himmel, die er auch noch wesentlich später immer wieder als Stilmittel eingesetzt hat. Die schwarzen Rauchfahnen der Dampfer verflüchtigen sich im Himmel und umgekehrt spiegeln sich die Boote und die Sonne in der Meeresoberfläche. Sie erinnern ausserdem an die japanische Tuschpinselmalerei, die er seit 1904 mit grossem Interesse kennengelernt hatte. Viele Elemente dieser Malerei hat er adaptiert und insbesondere in den Hamburger Hafenbildern angewandt.Neben Noldes Auseinandersetzung mit dem Meer sind seine Blumenaquarelle ein bedeutender Bestandteil seiner Zuwendung zur Natur. Es ging dem Künstler bei seinen nicht nur um die rein bildliche Überlieferung, sondern ebenso um den schöpferischen Akt, den er beim Malen übertrug. Er versuchte das innere Wesen einer Landschaft, der Natur oder des Meeres wiederzugeben und bediente sich dabei der Farbe als Ausdrucksmittel. Sie sollte durch ihn als Maler auf dem Bildträger etwas erschaffen, gleich der Natur, die alles erschuf. Die Blumenaquarelle haben immer einen ähnlichen Aufbau und lassen die Blumen aus Nahansicht einer Sorte zuordnen. Nolde schaffte es durch verschieden dicke Schichten der Aquarellfarbe, eine Tiefe im Bild zu erschaffen, die der Dreidimensionalität nahekommt. Er malte sehr nass und mischte Farben, indem er zuerst die eine Farbe auftrug und dann mit der anderen darüber malte. Diese Malweise verschafft Noldes Aquarellen eine ganz besondere und einzigartige Leichtigkeit und Leuchtkraft.
Emil Nolde’s watercolors, which he painted from the beginning of his career, are now among the most famous and popular works in this painting technique. It is particularly interesting that for Emil Nolde, watercolor painting was on a par with oil painting, if not more important than it. Watercolors are an exciting medium because, on the one hand, they allow great freedom but, on the other hand, practically eliminate any possibility of correction. The work Ships at the Pier in the Port of Hamburg, probably from 1910, wonderfully shows the symbiosis of sea and sky that he used again and again as a stylistic device even much later. The black plumes of smoke from the steamers disappear into the sky and, conversely, the boats and the sun are reflected on the surface of the sea. They are also reminiscent of Japanese brush and ink painting, which he had become familiar with since 1904 and found very interesting. He adapted many elements of this style of painting and used them in particular in his Hamburg harbor scenes. In addition to Nolde’s engagement with the sea, his watercolors of flowers are an important part of his devotion to nature. The artist was not only concerned with purely pictorial tradition, but also with the creative act that he conveyed through painting. He tried to convey the inner essence of a landscape, nature or the sea, using color as a means of expression. Through him as a painter, it was to create something on the picture surface, like nature that created everything. The flower watercolors always have a similar structure and allow the flowers to be identified from a closeup view. Nolde managed to create a sense of depth in the picture that comes close to three-dimensionality by using layers of watercolor paint of varying thicknesses. He painted very wet and mixed colors by first applying one color and then painting over it with the other. This painting technique gives Nolde’s watercolors a very special and unique lightness and luminosity.
Das Werk ist in der Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde unter der Nummer Reg.–Nr. Fr.A.3870 registriert.
Emil Noldes Aquarelle, die er ab Beginn seiner Karriere malte, gehören heute zu den bekanntesten und beliebtesten Werken dieser Maltechnik. Es ist besonders interessant, dass bei Emil Nolde das Aquarell der Ölmalerei gleichranging, wenn nicht sogar wichtiger als diese war. Spannend ist das Aquarell als Medium, da es einerseits grosse Freiheit lässt, jedoch ebenfalls praktisch jegliche Möglichkeit der Korrektur verhindert. Das wohl aus dem Jahr 1910 stammende Werk Schiffe an der Pier im Hamburger Hafen zeigt wunderbar die Symbiose von Meer und Himmel, die er auch noch wesentlich später immer wieder als Stilmittel eingesetzt hat. Die schwarzen Rauchfahnen der Dampfer verflüchtigen sich im Himmel und umgekehrt spiegeln sich die Boote und die Sonne in der Meeresoberfläche. Sie erinnern ausserdem an die japanische Tuschpinselmalerei, die er seit 1904 mit grossem Interesse kennengelernt hatte. Viele Elemente dieser Malerei hat er adaptiert und insbesondere in den Hamburger Hafenbildern angewandt.Neben Noldes Auseinandersetzung mit dem Meer sind seine Blumenaquarelle ein bedeutender Bestandteil seiner Zuwendung zur Natur. Es ging dem Künstler bei seinen nicht nur um die rein bildliche Überlieferung, sondern ebenso um den schöpferischen Akt, den er beim Malen übertrug. Er versuchte das innere Wesen einer Landschaft, der Natur oder des Meeres wiederzugeben und bediente sich dabei der Farbe als Ausdrucksmittel. Sie sollte durch ihn als Maler auf dem Bildträger etwas erschaffen, gleich der Natur, die alles erschuf. Die Blumenaquarelle haben immer einen ähnlichen Aufbau und lassen die Blumen aus Nahansicht einer Sorte zuordnen. Nolde schaffte es durch verschieden dicke Schichten der Aquarellfarbe, eine Tiefe im Bild zu erschaffen, die der Dreidimensionalität nahekommt. Er malte sehr nass und mischte Farben, indem er zuerst die eine Farbe auftrug und dann mit der anderen darüber malte. Diese Malweise verschafft Noldes Aquarellen eine ganz besondere und einzigartige Leichtigkeit und Leuchtkraft.
Emil Nolde’s watercolors, which he painted from the beginning of his career, are now among the most famous and popular works in this painting technique. It is particularly interesting that for Emil Nolde, watercolor painting was on a par with oil painting, if not more important than it. Watercolors are an exciting medium because, on the one hand, they allow great freedom but, on the other hand, practically eliminate any possibility of correction. The work Ships at the Pier in the Port of Hamburg, probably from 1910, wonderfully shows the symbiosis of sea and sky that he used again and again as a stylistic device even much later. The black plumes of smoke from the steamers disappear into the sky and, conversely, the boats and the sun are reflected on the surface of the sea. They are also reminiscent of Japanese brush and ink painting, which he had become familiar with since 1904 and found very interesting. He adapted many elements of this style of painting and used them in particular in his Hamburg harbor scenes. In addition to Nolde’s engagement with the sea, his watercolors of flowers are an important part of his devotion to nature. The artist was not only concerned with purely pictorial tradition, but also with the creative act that he conveyed through painting. He tried to convey the inner essence of a landscape, nature or the sea, using color as a means of expression. Through him as a painter, it was to create something on the picture surface, like nature that created everything. The flower watercolors always have a similar structure and allow the flowers to be identified from a closeup view. Nolde managed to create a sense of depth in the picture that comes close to three-dimensionality by using layers of watercolor paint of varying thicknesses. He painted very wet and mixed colors by first applying one color and then painting over it with the other. This painting technique gives Nolde’s watercolors a very special and unique lightness and luminosity.